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Chrysanthemen vom Bauernhof


Einzigartige Zusammenarbeit zwischen einer Bauernfamilie und dem Blumenhandel.

Es ist noch nicht lange her, da belieferte Belgien ganz Europa mit Chrysanthemen. Dies galt auch für die Schweiz. So lange, bis jemand auf die Idee kam, diese allseits beliebte Herbstblume auch bei uns kommerziell anzupflanzen. Seit zehn Jahren verkauft die Migros Basel nun Chrysanthemen aus dem Fricktal.

Auf dem Windistalhof im aargauischen Effingen ziehen Markus und Irene Meier diese wunderbaren Herbstblumen in Töpfen gross. Dabei arbeiten sie mit der ebenfalls im Aargau domizilierten Firma Profiflor zusammen, die der Jost-Pflanzen AG angehört. Diese liefert ihnen die Setzlinge, steht mit Rat und Tat zur Seite und ist bei Transport und Etikettierung behilflich. Diese einzigartige Zusammenarbeit zwischen einer Bauernfamilie und einem Topfpflanzen-Produktionsbetrieb garantiert, dass die Chrysanthemen frisch vom Feld in die Migros-Filialen in und um Basel gelangen.

Chrysanthemen künden vom Herbst

Vor zehn Jahren produzierte Markus Meier versuchsweise 500 Töpfe; schon im nächsten Jahr waren es 2‘500 Stück. Inzwischen freut er sich über jährlich 14‘000 Töpfe mit robusten, einheimischen und an die hiesigen klimatischen Bedingungen gewöhnten Chrysanthemen, die den Schweizer Qualitätsanforderungen entsprechen und jeder Importware überlegen sind.

Anfang August leuchten die Blätter der Chrysanthemen noch intensiv grün. Farbe auf die weitläufigen Anlagen bringen die orangen Töpfe mit einem Durchmesser von knapp zwanzig Zentimetern. Ab Mitte August hingegen melden sich schon die ersten Blüten. In Gelb, Orange, Rot, Lila und Weiss schimmern sie durch den feinen Bodennebel.

Hagel, Nässe und Wind können den ungeschützten Blumen bis unmittelbar vor der Ernte arg zusetzen. „Damit der Wind die Töpfe nicht umkippt, ist jeder einzelne mit einer kurzen Eisenstange durch die Mitte stabilisiert.“, erklärt Markus Meier den Grund, warum kein einziger seiner 14‘000 Töpfe aus der Reihe tanzt. Die feinen Wasserschläuche zwischen den einzelnen Pflanzen führen diesen individuell Nährstoffe und bei Trockenheit auch Wasser zu.

Wichtig ist dem Landwirt auch der Hinweis auf seine hochwertige Ricoter-Erde. Diese wird aus dem Kompost der einheimischen Zuckerrübenproduktion gewonnen. Für die Landwirte, die Zuckerrüben anbauen, ist die von den geernteten Rüben abgespülte Erde ein Abfallprodukt. Sie können sie nicht mehr einsetzen. Für die kleinblütigen Chrysanthemen hingegen eignet sich die äusserst feine, hochwertige Erde vorzüglich und ersetzt gleichzeitig den umstrittenen Einsatz von Torf. „Genau wie mit der Profiflor und der Jost-Pflanzen AG dient auch die Zusammenarbeitmit den Rübenbauern allen Beteiligten.“, erklärt Markus Meier das regionale Miteinander, das jeder Manager neudeutsch als Win-Win-Situation propagieren würde.

Weitsichtiger Blick auf Nachhaltigkeit

Markus Meier ist aber kein Manager, sondern ein besonnener Landwirt mit einem weitsichtigen Blick auf die Nachhaltigkeit. Neben den Blumen gedeihen auf seinem Hof auch Kälber und Rinder in Aufzucht sowie 16 Milchkühe. Zusammen mit seiner Frau Irene baut er Futtermais und Gerste an. Für die drei Kinder, die in den Sommerferien gerne auf dem Betrieb mitgeholfen haben, hat Mitte August die Schule wieder begonnen. Der Älteste hat seine Lehre als Informatiker in Angriff genommen; für den zweiten Sohn ging die Schule weiter und das Nesthäkchen, ein Mädchen, ging erstmals in den Kindergarten. Entsprechend einsam fühlt sich nun der überaus freundliche und zutrauliche Hund der Familie.

Für Markus Meier geht der Tagesablauf auf dem Hof weiter. Nachdem er seine Tiere versorgt hat, kontrolliert er täglich seine Blumen. Das Stadium der Blüten, allfällige Anzeichen von Schädlingen oder Krankheiten müssen früh erkannt werden: „Auf den regelmässigen Kontrollgängen kann ich sehen, wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte und dem Schaden vorbeugen.“, sagt er zu dieser Arbeit, die ihm viel Freude bereitet. Und bald schon kündigt sich die strengste Zeit der Saison an, während der Meiers jeden Tag ein paar Hundert Chrysanthemen zum Abtransport vorbereiten.

Römerweg und Linde von Linn

Weiter als nach dem aargauischen Effingen kann man heute mit dem U-Abo des Tarifverbundes der Nordwestschweiz nicht reisen. Die wunderschöne Jura-Landschaft erkundet man am besten auf Schusters Rappen. Genauso wie es schon die Römer taten.

Zur Zeit der Römer führte ein Weg vom damals wichtigen militärischen Stützpunkt Augusta Raurica (Kaiseraugst) zum nächsten in Vindonissa (Windisch).

Die Eisenreifen der schwer beladenen römischen Wagen hinterliessen tiefe Rillen im Jurakalk. Diese sind ein eindrückliches und einwandfrei erhaltenes Dokument jener Zeit. Der historische Römerweg ist noch heute deutlich zu erkennen und als Wanderweg ausgeschildert.

Ein weiterer lohnenswerter Ausflug in dieser Gegend führt zu Linde von Linn. Die markante Linde ist auf einer Anhöhe etwas ausserhalb des Dorfes Linn gelegen.

Mit 25 Metern Höhe und elf Metern Stammumfang zählt sie zu den grössten Bäumen der Schweiz. Sie wurde vor rund 500 bis 600 Jahren zum Gedenken an die Opfer der Pestepidemie gepflanzt.


Kompetenz hinter den Kulissen

Bei der Jost-Pflanzen AG laufen die Fäden zusammen

Regina Rüegsegger, Familienfrau und Mutter einer Tochter, arbeitet seit 2005 in der Verkaufsadministration der Jost Pflanzen AG in Wiedlisbach. Als Bindeglied zwischen den Produktionsbetrieben und dem Detailhandel ist sie die kompetente Ansprechpartnerin für die Koordination von Produktion und Verkauf.

Obwohl die Forstingenieurin ETH mehrheitlich vom Büro aus agiert, liebt Regina Rüegsegger die Lebendigkeit ihrer Produkte: „Ich mag den Duft von Blumen. Dazu kommen ihre Farben und Formen, die immer schön anzuschauen sind.“, sagt die Fachfrau, die sich nach ihrem Studium von Wald und Bäumen beruflich und privat für die einheimische Flora begeistert.

Ihre Meinung, dass die winterharten Chrysanthemen dank ihrer Vielseitigkeit im Trend liegen, begründet Regina Rüegsegger wie folgt: “ Man kann Chrysanthemen in unterschiedlich grossen Töpfen und Farben zusammen stellen und sowohl im Garten wie auch auf der Terrasse belassen. Ferner passen sie zu Kürbissen und zu Ziermais. Kinder und Erwachsene lieben die Kombination der Chrysanthemen mit Herbst-Symbolen. Dazu gehören Besen, Drachen, Hexen und vieles mehr.“, sagt die passionierte Hobby-Gärtnerin.

Wer genau hinhört spürt die persönliche Vorliebe der Profi-Frau für grosse und üppige Chrysanthemen: Kugelig rund und prall sollen sie im spätsommerlichen Garten leuchten.

Für Fensterbrett und Hauseingang

Wer sein Fensterbrett oder den Hauseingang saisonal dekorieren möchte, lässt sich von den farblich zum Spätsommer passenden Chrysanthemen verführen.

Diese bietet die die Migros Basel derzeit um 20 Prozent günstiger an.

 

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